Sanierung Mittelzone Horw

Erstellt am

Aktualisiert am

Eine neue Parkordnung auf der Mittelzone der Kantonsstrasse schafft mehr Übersicht und Sicherheit; verbesserte Bedingungen für die Bäume unterstützen langfristig deren Wuchs und – in Kombination mit sickerfähigen Flächen – ein angenehmes Stadtklima.

Kategorien

Natursteinschale
Natursteinschale
Baumrabatte
Baumrabatte
Querungsstelle
Querungsstelle

Bildquelle: Metron Bern AG

Übersicht Wirkung

intendierte Wirkung aus Sicht Regenwasser-management
  • Verdunstung fördern
  • Regenwasser langfristig zurückhalten
  • Oberflächenabfluss reduzieren
  • temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
  • kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
weitere Wirkung
  • Hitzeminderung
  • Anreicherung Grundwasser
  • Förderung Biodiversität
  • Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
  • Verkehrsberuhigung / -reduktion

Projektkontext/-konzept

Lange war die Kantonsstrasse in Horw Gegenstand einer Diskussion über Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung. Für den Abschnitt zwischen dem Kreisel Merkur- und dem Kirchweg haben Gemeinde, Anwohnende und Gewerbe nun eine Lösung gefunden, die allen dient. Die bestehende Schrägparkierung innerhalb der Mittelzone wurde durch seitlich angeordnete Parkfelder ersetzt. So sind keine Manöver auf der Strasse selber mehr notwendig. Die bestehenden Bäume haben lange unter auf ihren Füssen geparkten Fahrzeugen gelitten. Auch der Untergrund war entsprechend verdichtet, sodass sich die Bäume nie richtig etablieren konnten. Die geplanten Baumpflanzungen erhalten durch die Umorganisierung der Parkierung deutilch mehr Platz, offene Baumrabatten und zusammengeschaltete Baumgruben.

Schwammstadtelemente

Die Mittelzone ist beidseitig durch eine Natursteinschale gefasst. Darin wird das anfallende Regenwasser der Strasse gesammelt und über Einlaufschächte abgeleitet.

Bei den neuen Baumgruben sind die Natursteinrinnen einseitig eingefräst, sodass das Regenwasser in die Baumrabatten einfliesst. Die Baumstandorte wurden bis auf 1.50 m Tiefe mit drei unterschiedlichen Substraten mit hohem Porenvolumen aufgefüllt.

Im Untergrund sind die Baumstandorte über eine Belüftungs- und Versorgungsleitung miteinander verbunden. Falls die Baumrabatten überlaufen, sind bei den Schächten innerhalb der Fläche entsprechende Überläufe vorgesehen. Als letzte Rückfallebene dienen die Einlaufschächte in den Rinnen.

Die Parkfelder sind mit Ausnahme des Behindertenparkfelds allesamt mit Rasengittersteinen ausgeführt und ermöglichen ebenfalls die Versickerung des anfallenden Regenwassers. Unterhalb der Parkfelder wurde ein überbaubares Substrat eingebaut, sodass die gesamte Mittelzone von den Bäumen als Wurzelraum genutzt werden kann.

Nutzen und Wirkungen

Die beschriebenen Massnahmen führen zu einer ökologisch und funktional deutlich aufgewerteten Mittelzone. Durch die gezielte Einleitung des anfallenden Regenwassers in die Baumrabatten wird Niederschlagswasser vor Ort zurückgehalten, gespeichert und dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt. Dies reduziert die Belastung der Kanalisation und trägt zur Entlastung der Siedlungsentwässerung bei Starkregenereignissen bei. Die mit porenreichen Substraten aufgebauten Baumstandorte ermöglichen eine hohe Wasserspeicherfähigkeit bei gleichzeitig guter Durchlüftung des Wurzelraums. Dadurch werden die Standortbedingungen für die Bäume nachhaltig verbessert. Die Bäume können sich vital entwickeln und gross werden. Die unterirdische Vernetzung der Baumstandorte unterstützt einen ausgeglichenen Luft- und Feuchtehaushalt im Wurzelraum. Gleichzeitig entsteht ein zusammenhängender, grosszügiger Wurzelraum. Dies fördert eine stabile Verankerung sowie ein gleichmässiges Wachstum der Bäume.

Gewonnene Erkenntnisse, Erfahrungsbericht

Bereits bei der Bauabnahme hat sich gezeigt, das langanhaltender Regen sehr gut in den Baumrabatten versickern kann.

Projektinformationen

Planung und Ausführung: Oktober 2024 – April 2025

Kanton: Luzern

Gemeinde: Horw

Eigentümer/-in: Gemeinde Horw (Öffentlich)

Bauherrschaft: Baudepartement Tiefbau, Gemeinde Horw

Beteiligte: Metron Verkehrsplanung AG

Kontakt für weitere Auskünfte: Metron Verkehrsplanung AG (Lukas Flühmann)

Weitere Informationen