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Übersicht Wirkung
- Verdunstung fördern
- Regenwasser langfristig zurückhalten
- Oberflächenabfluss reduzieren
- temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
- kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
- Hitzeminderung
- Anreicherung Grundwasser
- Förderung Biodiversität
- Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
- Verkehrsberuhigung / -reduktion
Projektkontext
Die Mündung des Mujon, d. h. der Mujon selbst und der Bois des Vernes an seinem linken Ufer, ist ein Gebiet von ausserordentlich hohem biologischem und landschaftlichem Wert, das in mehreren kantonalen und eidgenössischen Bestandsaufnahmen ausgewiesen ist. Dieses Gebiet wurde jedoch im 20. Jahrhundert mehrfach in Folge beeinträchtigt. Der Mujon wurde kanalisiert und seine Ufer aufgeschüttet. Auch der Bois des Vernes war Gegenstand von Aufschüttungen – stellenweise mit belastetem Material – sowie von Waldpflanzungen mit standortfremden Baumarten. Diese Eingriffe haben insbesondere die Ökomorphologie des Mujon und seine laterale Vernetzung beeinträchtigt.
Angesichts dieser Defizite hat die Gemeinde Yverdon-les-Bains in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion für Umwelt, Abteilung Wasser und Wasserkraft des Kantons Waadt, ein ehrgeiziges Revitalisierungsprojekt umgesetzt, um das biologische und landschaftliche Potenzial der Mündung des Mujon voll auszuschöpfen. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbüro der Association de la Grande Cariçaie ausgearbeitet, die das Naturschutzgebiet verwaltet, zu dem auch der Bois des Vernes gehört. In Zusammenarbeit mit dem Agglomerationsbüro AggloY wurden Massnahmen zur Besucherbetreuung und -führung in das Projekt integriert, um das Angebot an Wegen für den sanften Verkehr zu stärken und Störungen der Tierwelt zu begrenzen.
Erfahrungsbericht
Die ersten Arbeiten am Mujon bestanden darin, die bestehenden Uferbefestigungen – Betonplatten – zu entfernen. Anschliessend konnten die Arbeiten zur Gestaltung des Flussbetts und der Ufer in Angriff genommen werden. Dabei wurden Breite und Tiefe des Flussbetts variiert, um unterschiedliche Strömungsverhältnisse zu schaffen. Unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten etablierte sich im Flussbett rasch eine grosse Vielfalt an Helophyten und Hydrophyten, ganz im Sinne der Projektziele, die darauf abzielten, günstige Bedingungen für zwei bedrohte Pflanzenarten an der Mündung des Mujon zu schaffen: die Grosse Glycerie und die Amphibische Kresse. Am linken Ufer wurden Flussarme angelegt, die dauerhaft oder vorübergehend mit Wasser gefüllt sind. Sie dienen insbesondere den Karpfenfischen als Aufwuchshabitate und den Libellen als Laich- und Larvenaufzuchtgebiete.
Die neuen Gewässer haben die Attraktivität des «Bois des Vernes» für Amphibien deutlich gesteigert; dieser ist im eidgenössischen Inventar der Amphibienlaichplätze von nationaler Bedeutung aufgeführt. Das Revitalisierungsprojekt an der Mündung des Mujon hat dazu beigetragen, intensive und widerstandsfähige Wechselbeziehungen zwischen dem Mujon und dem Waldgebiet «Bois des Vernes» wiederherzustellen. Es entstand ein Mosaik aus terrestrischen, alluvialen und aquatischen Lebensräumen. Dieses trägt zur Aufrechterhaltung des biologischen Austauschs am Westufer des Neuenburgersees bei und stellt zudem einen ersten Meilenstein für die Wiederherstellung des biologischen Austauschs zwischen den Seeufern und dem Hinterland dar. Aus menschlicher Sicht hat das Projekt in Mujon dazu beigetragen, zahlreiche Akteure der Region im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zu vernetzen. So entstanden vielfältige Synergien zwischen kommunalen und kantonalen Behörden, Planungsbüros, Betreibern und Quartiervereinen, um ein in jeder Hinsicht integriertes Projekt zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit wird derzeit im Rahmen der Unterhaltsarbeiten an der revitalisierten Mündung fortgesetzt.
Projektinformationen
Besonderheit: Auengebiet, Mündung
Grösse: Kleiner Fliessgewässer im Mittelland
Kontext: Städtisch, Seeufer
Renaturierter Abschnitt: 350 m
Breite des Gewässerraums: 53 m
Gesamtkosten: 857’000 CHF
Subventionskosten: 514’000 CHF vom Kanton Waadt und 300’000 CHF vom Bund
Ausführung: November 2019 bis Mai 2020

