Pausenplatzaufwertung mit Schwammstadt Feusisberg

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Der asphaltierte Pausenplatz des Primarschulhauses wurde entsiegelt und begrünt. Ein Sickerkörper nach dem Stockholm Modell nimmt unterirdisch unverschmutzes Dachwasser und oberflächlich Platzwasser auf. Überschüssiges Wasser wird über einen Notüberlauf in den Meteorkanal abgeführt.

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Gehölzlabyrinth West
Gehölzlabyrinth West
Spielplatz Ost
Spielplatz Ost

Bildquelle: Gemeinde Feusisberg

Übersicht Wirkung

intendierte Wirkung aus Sicht Regenwasser-management
  • Verdunstung fördern
  • Regenwasser langfristig zurückhalten
  • Oberflächenabfluss reduzieren
  • temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
  • kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
weitere Wirkung
  • Hitzeminderung
  • Anreicherung Grundwasser
  • Förderung Biodiversität
  • Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
  • Verkehrsberuhigung / -reduktion

Projektkontext/-konzept

Der ursprünglich asphaltierte Pausenplatz liegt zwischen zwei Betongebäuden und heizte sich im Sommer stark auf. Es gab kaum Schatten, nur wenig Begrünung und der Platz wirkte für Kinder wenig attraktiv. Gleichzeitig bestand auf dem Schulareal ein Defizit an Retentionsvolumen für das anfallende Regenwasser. Die heute geltenden Vorgaben der Grundstücksentwässerung wurden nicht erfüllt. Ziel des Projekts war es, den Pausenplatz aufzuwerten und zu begrünen sowie das Defizit in der Grundstücksentwässerung zu beheben. Das Projekt wurde unterstützt durch das Förderprogramm Adapt+ des Bundes.

Schwammstadtelemente

Der Pausenplatz ist in zwei Bereiche unterteilt. Im westlichen Teil liegt der Schwerpunkt auf Begrünung. Im östlichen Teil wurde ein Spielplatz realisiert, während die Begrünung auf die Randbereiche ausserhalb des Fallraums beschränkt ist.

Pausenplatz Teil West:

Hier wurde ein Gehölzlabyrinth mit darunterliegendem Sickerkörper nach Stockholmmodell realisiert. Dieser Sickerkörper dient sowohl als Wasser- und Nährstoffspeicher für die Vegetation als auch als Retention für die Grundstücksentwässerung. Das unverschmutzte Dachwasser des Schulhauses wird unterirdisch über eine Sickergallerie gleichmässig in den Sickerkörper eingeleitet. Das Platzwasser fliesst oberflächlich in die mit Gehölzen begrünte Fläche. Wegen der Nutzung als Pausenplatz besteht die oberste Schicht dieser Fläche jedoch nicht aus einer bewachsene Bodenpassage, sondern lediglich aus Holzschnitzel. Die Reinigung des leicht verschmutzten Wassers erfolgt über das Baumsubstrat.

Der Untergrund ist schlecht sickerfähig. Um einen Rückstau zu verhindern und um Staunässe im Wurzelraum zu vermeiden wurde für den Fall lang anhaltender Nässeperioden ein Notüberlauf vom Sickerkörper in den Meteorkanal umgesetzt.

Pausenplatz Teil Ost:

Aufgrund unmittelbar angrenzender Untergeschosse älteren Baujahrs mit unbekanntem Zustand der Abdichtung konnte aus Gründen des Objektschutzes in diesem Teil kein Sickerkörper realisiert werden. Jedoch steht unmittelbar die Realisierung eines neuen Sportplatzes auf der Nachbarparzelle bevor. Beim neuen Sportplatz werden Regenwasserspeicherbecken für die Bewässerung realisiert, welche auch das Regenabwasser des Pausenplatz Teil Ost aufnehmen werden. 

Nutzen und Wirkungen

Durch den Einbau eines Sickerkörpers nach dem Stockholm Modell wird Retentionsvolumen geschaffen und gleichzeitig ein Wasserspeicher für Bäume und Sträucher bereitgestellt. Der Sickerkörper wird zusätzlich mit dem unverschmutzten Dachwasser gespeist, wodurch gleichzeitig die Kanalisation entlastet wird. Das gespeicherte Wasser hilft den Pflanzen Trockenperioden zu überbrücken, welche durch Verdunstung die Umgebung kühlen und Schatten spenden. Bei der Pflanzwahl wurde einheimische und standortgerechte Arten verwendet.

Gewonnene Erkenntnisse, Erfahrungsbericht

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die frühzeitige Einbindung aller relevanten Akteure (Schule, Betriebs-, Werk- und Winterdienst). Auch Bewilligungsfähigkeit, Anforderungen der Feuerwehr sowie Aspekte des späteren Unterhalts (Zugang Fassade und Anlieferungsmöglichkeiten) wurden früh im Konzept berücksichtigt. Für die Baufreigabe mussten für die Reinigungsleistung des Baumsubstrats zusätzliche Nachweise erbracht werden, da Studien dazu noch nicht gänzlich abgeschlossen waren. Dem angrenzenden Gebäudebestand ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken, insbesondere hinsichtlich Bauweise und Abdichtung der Untergeschosse. Veränderungen des Wasserregimes durch neue Sickerkörper können Feuchteprobleme verursachen. Insgesamt stiess das Projekt auf breite Unterstützung und grosse Akzeptanz.

Projektinformationen

Planung und Ausführung: Januar 2025 – Juni 2026

Kanton: Schwyz

Gemeinde: Feusisberg

Eigentümer/-in: Gemeinde Feusisberg (Öffentlich)

Bauherrschaft: Gemeinde Feusisberg

Beteiligte: gardens Gartenideen AG, Egli Jona AG

Kontakt für weitere Auskünfte

Bereich Bau, Gemeinde Feusisberg