



Bildquelle: Stadt Luzern, Stadtgrün
Übersicht Wirkung
- Verdunstung fördern
- Regenwasser langfristig zurückhalten
- Oberflächenabfluss reduzieren
- temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
- kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
- Hitzeminderung
- Anreicherung Grundwasser
- Förderung Biodiversität
- Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
- Verkehrsberuhigung / -reduktion
Schwammstadtelemente
Die Grünflächen werden als Versickerungsmulden ausgebildet und dienen gleichzeitig als Vorreinigungsstufe für anfallendes Niederschlagswasser. Die Baumstandorte sind oberirdisch räumlich getrennt, unterirdisch jedoch mit den Versickerungsmulden verbunden und entlang des natürlichen Längsgefälles durchgängig vernetzt. Das Niederschlagswasser wird ausschliesslich in die Mulden eingeleitet, um Schadstoff- und Salzbelastungen direkt an den Wurzelräumen zu vermeiden und so die Bäume langfristig vor Schäden durch Verunreinigungen oder Unterhaltsmassnahmen zu schützen.
Nutzen und Wirkungen
Die integrierten Schwammstadt-Elemente erhöhen die Aufenthaltsqualität deutlich, indem entsiegelte und begrünte Flächen das Mikroklima verbessern und Hitzeinseln reduzieren. Die aufgewerteten Strassenräume stärken zudem die Veloachse und fördern eine sichere, attraktive aktive Mobilität. Durch die Kombination aus Versickerungsmulden, unterirdischen Retentionsräumen und vernetzten Baumstandorten lässt sich der Oberflächenabfluss bei Regenereignissen um bis zu 50 % (z = 5) reduzieren. Darüber hinaus leisten die Massnahmen einen Beitrag zur Biodiversität, steigern die Resilienz des urbanen Grüns und entlasten die Entwässerungsinfrastruktur. Die gezielte Vorreinigung des Niederschlagswassers schützt gleichzeitig die Baumwurzelräume und erhöht damit die langfristige Vitalität und Lebensdauer der Stadtbäume.
Planung, Projektierung, Dimensionierung
Optimierung Werkleitungstrassen Dimensionierung auf z=5 (GEP Luzern)
Erfahrungen Bau
Die Erstellung der Einlaufbauwerke stellte eine besondere Herausforderung dar und verursachte den grössten Aufwand. Verzögerungen durch Einsprachen führten dazu, dass der Umfang des Speichersubstrats teilweise reduziert werden musste, da die Projektbewilligung zeitweise unklar war.
Betrieb, Monitoring, Unterhalt
- Die Anlage funktionert und erfüllt die Anforderungen.
- Das Niederschlagswasser wird versickert.
- Ein Monitoring wird nicht durchgeführt.
- Erfahrungswerte werden laufend im Betrieb und Unterhalt gesammelt.
Gewonnene Erkenntnisse, Erfahrungsbericht
Die frühzeitige Identifikation von Schwammstadt-Potenzialen ist entscheidend, um planerische und bauliche Anpassungen effizient integrieren zu können. Komplexe Einlauf- und Entwässerungsbauwerke erfordern detaillierte Planung und verursachen einen erheblichen Bauaufwand. Projektverzögerungen – etwa durch Einsprachen – können direkte Auswirkungen auf die Ausführungsqualität haben (z. B. Reduktion des Speichersubstrats). Eine enge Zusammenarbeit zwischen Werkbetrieben und Fachstellen ermöglicht optimierte Trassenführungen und schafft wertvollen unterirdischen Raum für Schwammstadt-Elemente. Schwammstadt-Massnahmen verursachen Mehrkosten, liefern jedoch langfristige ökologische und betriebliche Vorteile, welche die Investitionen rechtfertigen. Die klare Abstimmung zwischen Planung, Betrieb und Unterhalt ist essenziell, um Funktionsfähigkeit und Langlebigkeit der Elemente sicherzustellen.
Projektinformationen
Planung und Ausführung: November 2022 – Juli 2025
Eigentümer/-in: Stadt Luzern (Öffentlich)
Bauherrschaft: Stadt Luzern, ewl Luzern
Kanton: Luzern
Gemeinde: Luzern
Beteiligte: Stadt Luzern Siedlungsentwässerung, Stadt Luzern Stadtgrün, Stadt Luzern Umweltschutz, Stadt Luzern Mobilität, ewl Luzern
Autorenschaft Projektpräsentation: David Risi, Fachstelle Schwammstadt Stadt Luzern
Kontakt für weitere Auskünfte: David Risi

