Materialisierung Rathausgasse Bern

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Die Rathausgasse in der Stadt Bern wurde kleinklimatisch angepasst. Bei der Verlegung des neuen Pflasters musste nicht nur das Klima, sondern auch die Erhaltung des UNESCO-Weltkulturerbes und die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetz berücksichtigt werden.

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Pflästerung der Rathausgasse
Pflaster mit offenen, gesandeten Fugen
Rathausgasse vor der Sanierung (vollständig versiegelt)
Rathausgasse nach der Sanierung

Bildquelle: Stadt Bern, Manuel Zingg

Übersicht Wirkung

intendierte Wirkung aus Sicht Regenwasser-management
  • Verdunstung fördern
  • Regenwasser langfristig zurückhalten
  • Oberflächenabfluss reduzieren
  • temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
  • kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
weitere Wirkung
  • Hitzeminderung
  • Anreicherung Grundwasser
  • Förderung Biodiversität
  • Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
  • Verkehrsberuhigung / -reduktion

Projektkontext

Die Stadt Bern steht vor der Herausforderung, ihre Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zu sanieren. Gleichzeitig sollte sich die Sanierung positiv auf das Stadtklima auswirken. Ziel war es, beide Bedürfnisse der Stadt zu erfüllen.

Schwammstadtelemente

Die Wiederherstellung der Pflästerung drängte sich aus gestalterischen und denkmalpflegerischen Gründen, neuerdings aber auch im Interesse des städtischen Mikroklimas auf. Zur Erhaltung des UNESCO-Weltkulturerbes hat sich die Stadt Bern verpflichtet, die Altstadt denkmalgerecht zu sanieren. Dabei wurden die unterschiedlichen Anliegen der städtischen Denkmalpflege, des Veloverbands Pro Velo und der Behinderten-Selbsthilfeorganisation Procap berücksichtigt und aufeinander abgestimmt. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Pflästerung zur Verbesserung des städtischen Mikroklimas beiträgt. Die Rathausgasse heizt sich mit einer Pflästerung im Sommer weniger auf als mit einem Asphaltbelag, da die hellere Oberfläche die Sonneneinstrahlung stärker reflektiert und damit den thermischen Komfort für die Bevölkerung verbessert. Die ungebundene Pflasterbauweise ermöglicht zudem die Versickerung und Verdunstung von Niederschlagswasser. Dadurch werden das Kanalnetz und die Kläranlage entlastet, Hochwasserspitzen gedämpft und ein gewisser Kühleffekt erzielt. Ein Nachteil der ungebundenen Pflästerung sind die etwas höheren Unterhaltskosten, da die Pflästerung 3x pro Jahr nachgesandet werden muss. Die Rathausgasse bleibt auch nach der Sanierung eine Begegnungszone mit Tempo 20 und Einbahnverkehr für den motorisierten Verkehr. Zusätzlich wurden weitere Sitzmöglichkeiten geschaffen.

Nutzen und Wirkung

Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Pflästerung zur Verbesserung des städtischen Mikroklimas beiträgt. Die Rathausgasse heizt sich mit einer Pflästerung im Sommer weniger auf als mit einem Asphaltbelag, da die hellere Oberfläche die Sonneneinstrahlung stärker reflektiert und damit den thermischen Komfort für die Bevölkerung verbessert.

Erfahrungsbericht Unterhalt

Ein Nachteil der ungebundenen Pflästerung sind die etwas höheren Unterhaltskosten, da die Pflästerung 3x pro Jahr nachgesandet werden muss.

Projektinformationen

Eigentum: Tiefbau Stadt Bern

Bauherrschaft: Bauherrengemeinschaft Energie, Wasser Bern (ewb)

Planung: Tiefbau Stadt Bern, ewb Bern und M + P Ingenieure Bern

Kontakt: Fachgruppe Klimaanpassung