



Übersicht Wirkung
- Verdunstung fördern
- Regenwasser langfristig zurückhalten
- Oberflächenabfluss reduzieren
- temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
- kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
- Hitzeminderung
- Anreicherung Grundwasser
- Förderung Biodiversität
- Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
- Verkehrsberuhigung / -reduktion
Projektkontext
Langfristig wird das 13 Hektar grosse Quartier Platz für 1200 Wohnungen bieten. Drei öffentliche Plätze strukturieren das lokale Leben und beherbergen Geschäfte für den täglichen Bedarf sowie mehrere Gemeinschaftseinrichtungen: ein mit erneuerbaren Energien (Photovoltaikmodule und Wärmerückgewinnung) betriebenes Hallenbad, eine Kindertagesstätte, Begegnungsräume und Nachbarschaftsdienste. Auch die Dächer werden genutzt, mit Gemüsegärten, Gemeinschaftsflächen und privaten Terrassen. Der Langsamverkehr wird durch ein Netz aus durchlässigen Wegen, eine auf 30 km/h begrenzte Geschwindigkeit und eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gefördert.
Zwischen der Gérine im Süden und dem bewaldeten Hügel im Norden fügt sich das Quartier in eine hochwertige natürliche Umgebung ein. Die Aussenanlagen bilden ein zusammenhängendes Landschaftsnetz, das fünf Inseln mit unterschiedlicher Architektur miteinander verbindet. Zwei grosse Versickerungsgräben durchziehen das Gelände von Norden nach Süden, strukturieren die öffentlichen Räume und bilden ein echtes Ökosystem.
Schwammstadt-Elemente
Das Ökoquartier wurde nach den Prinzipien der Schwammstadt konzipiert. Über 80 % der Flächen ermöglichen die Versickerung oder Rückhaltung von Regenwasser.
Das von den Dachüberläufen fallende Wasser wird in unterirdischen Becken gesammelt und wiederverwendet, insbesondere zur Bewässerung der Pflanzen. Anschliessend wird es in landschaftlich gestaltete Mulden geleitet, wo es offen und sichtbar durch das Quartier fliesst. Das Gelände wurde so modelliert, dass das abfliessende Wasser auf natürliche Weise in ein Netz von Landschaftsteichen geleitet wird, wo es in Böden aus wiederverwendeter Erde versickert und so die biologische Regeneration des Standorts fördert.
Dieses System ermöglicht nicht nur einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, sondern schützt auch die Gebäude bei starken Regenfällen und legt bestimmte Wasserläufe aus dem benachbarten Hügel wieder frei. Das gesamte Quartier ist somit als hydrologisch aktive Landschaft konzipiert. Das dezentrale Regenwassermanagement-system ist integraler Bestandteil der Aussenanlagen und trägt zur Anpassung an den Klimawandel, zur Schaffung vielfältiger ökologischer Lebensräume, die für Fauna und Flora unerlässlich sind, sowie zur Schaffung attraktiver öffentlicher Räume für die lokale Bevölkerung bei.
Projektinformationen
Planung und Ausführung: Erste Etappe 2021, laufende Etappen bis voraussichtlich 2028
Projektträgerschaft: Marly Innovation Center GmbH und Gemeinde Marly
Beteiligte Planungsbüros: Anura SA, Team MAGIZAN SA – CCHE Lausanne, Interval Paysage Sàrl, Triform SA, Jacques Studer ÖkoBüro
Kontakt: Jean Marc Boéchat, Quartierbegleiter

