Schulhaus Kreuzgut Schaffhausen

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Bei einer Schulhaussanierung in Schaffhausen wurde ein Schwammstadt-Pilotprojekt umgesetzt. Asphaltflächen in schlechtem Zustand wurden durch wasserdurchlässige, begrünte Bereiche ersetzt. Regenwasser von Dach- und Platzflächen wird nun über Bauminseln und Feuchtbiotope in den Boden geleitet.

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Entsiegelte BauminseI, Mai 2025:.Offene gepflasterte Rinnen leiten Platz- und Dachwassers in die Fläche.
Entsiegelte BauminseI, Mai 2025:.Offene gepflasterte Rinnen leiten Platz- und Dachwassers in die Fläche.
Bauminsel im ersten Vegetationsjahr (Juni 205) mit blühendem Mohn und junger Baumbepflanzung. Wege führen durch die Fläche und machen das Schwammstadtelement künftig erlebbar.
Bauminsel im ersten Vegetationsjahr (Juni 2025) mit blühendem Mohn und junger Baumbepflanzung. Wege führen durch die Fläche und machen das Schwammstadtelement künftig erlebbar.
Wechselfeuchtbiotop während der Bauphase, Juni 2025. Das Becken wird mit Brunnen- und Platzwasser gespeist. Der Bereich wurde später aus Sicherheitsgründen eingezäunt.
Wechselfeuchtbiotop während der Bauphase, Juni 2025. Das Becken wird mit Brunnen- und Platzwasser gespeist. Der Bereich wurde später aus Sicherheitsgründen eingezäunt.
Ausgangszustand 2022 mit weitgehend versiegelter Asphaltfläche
Ausgangszustand 2022 mit weitgehend versiegelter Asphaltfläche

Übersicht Wirkung

intendierte Wirkung aus Sicht Regenwasser-management
  • Verdunstung fördern
  • Regenwasser langfristig zurückhalten
  • Oberflächenabfluss reduzieren
  • temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
  • kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
weitere Wirkung
  • Hitzeminderung
  • Anreicherung Grundwasser
  • Förderung Biodiversität
  • Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
  • Verkehrsberuhigung / -reduktion

Schwammstadtelemente

Entsiegelte Flächen ermöglichen die Versickerung vor Ort des Regenwassers. Das anfallende Dachwasser wird über offene, gepflasterte Rinnen oberidrisch in eine bepflanzte Sickermulde mit Bäumen geleitet. Unter einem Brunnen wurde ein Wechselfeuchtbiotop angelegt, das durch den Überlauf des Brunnens gespeist wird. Das überschüssige Wasser aus dem Brunnen und vom Dach kann ausserhalb des abgedichteten Bereichs des Biotops in den Boden versickern.

Nutzen und Wirkungen

Durch Entsiegelungen, begrünte Sickermulden mit Bäumen und das Feuchtbiotop wird Regenwasser vor Ort aufgenommen, zwischengespeichert und der Oberflächenabfluss reduziert bzw. gezielt geleitet und genutzt. Durch das Einleiten von Dach- und Platzwasser in die Sickermulde steht den Bäumen mehr Wasser zur Verfügung. Dadurch wird die Verdunstung und somit das Wachstum der Bäume sowie ihre hitzemindernde Wirkung durch Verschattung und Verdunstung gestärkt. Zudem wird die Aufenthaltsqualität auf dem Areal deutlich verbessert. Das Wasser, das nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, versickert in tiefere Bodenschichten und unterstützt die Anreicherung des Grundwassers. Die vielfältige, standortgerechte und klimaangepasste Bepflanzung stärkt zudem die Biodiversität und erhöht die Resilienz des Vegetationssystems für die Zukunft.

Erfahrungen Bau

Besonders wichtig war Innovationsbereitschaft, Schutz der Bestandesbäume sowie die korrekte Ausführung der Gefälle und Wasserführung, damit das Regenwasser zuverlässig in die Sickermulden geleitet wird.

Betrieb, Monitoring, Unterhalt

Für den langfristigen Betrieb und Unterhalt war der frühzeitige Einbezug der späteren Pflegeverantwortlichen entscheidend. Die Unterhaltspersonen, welche die Flächen künftig betreuen, wurden bereits bei der Pflanzenauswahl beteiligt, sodass ihre Praxiserfahrung direkt in die Planung einfloss.

Gewonnene Erkenntnisse, Erfahrungsbericht

Zur Beurteilung der Wirksamkeit der Schwammstadt-Elemente wird im Projekt Kreuzgut ein Monitoring im Zeitraum von 2024 bis 2027 durchgeführt. Ziel ist es, den Wasserhaushalt der Schwammstadt-Elemente sowie die Auswirkungen der Massnahmen auf das Mikroklima unter realen Bedingungen zu erfassen. Dadurch kann die Klimawirkung quantifiziert, sowie allfällige Optimierungspotenziale identifiziert und die gewonnenen Daten für künftige Projekte nutzbar gemacht werden.

Projektinformationen

Eigentümer: Stadt Schaffhausen (Öffentlich)

Bauherrschaft: Stadt Schaffhausen, Hochbauamt; Freiraum: Grün Schaffhausen

Kanton: Schaffhausen

Gemeinde: Schaffhausen

Beteiligte: Berger Hammann Architekten AG, bösch Landschaftsarchitektur, Mobiliar GenossenschaftGeneralagentur Schaffhausen

Kontakt für weitere Auskünfte: Grün Schaffhausen

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