Fussgängerzone Bümpliz Bern

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Die Fussgängerzone in Bümpliz hatte vor der Sanierung einen stark verkehrsorientierten Charakter. Dies hatte zur Folge, dass die Umgebung als Begegnungs- und Erholungsraum wenig attraktiv war. Ziel der Sanierung 2021 war es, die Fussgängerzone aufzuwerten, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und auch das Mikroklima positiv zu beeinflussen.

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Gelbe Reihenhäuser im Hintergrund. Eingezäunte Versickerungsflächen mit Vegetation links und rechts einer Strasse.
Fussgängerzone mit Sitzgelegenheiten und einem Baum
Fussgängerzone mit Sitzgelegenheiten, Platz und Bäumen

© Alle Bilder: VSA

Übersicht Wirkung

intendierte Wirkung aus Sicht Regenwasser-management
  • Verdunstung fördern
  • Regenwasser langfristig zurückhalten
  • Oberflächenabfluss reduzieren
  • temporärer Rückhalt zur Brechung von Abflussspitzen
  • kontrollierte Ableitung über Notabflussweg
weitere Wirkung
  • Hitzeminderung
  • Anreicherung Grundwasser
  • Förderung Biodiversität
  • Schaffung von Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum
  • Verkehrsberuhigung / -reduktion

Projektkontext

Ziel der Fußgängerzone in Bümpliz war die Aufwertung der Straße. Mit einem ganzheitlichen Gestaltungskonzept sollte die Aufenthaltsqualität gesteigert und gleichzeitig das Stadtklima verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden verschiedene Möblierungselemente für unterschiedliche Altersgruppen wie behindertengerechte Bänke, Trinkbrunnen und Spielelemente aufgestellt. Zur Verbesserung des Stadtklimas wurden versiegelte Flächen entsiegelt und die Straße begrünt.

Schwammstadtelemente

Am westlichen Rand des Perimeters, bei der Tramhaltestelle Bachmätteli, wurde der Platz entsiegelt und chaussiert und Baumscheiben (Baumrost) mit Ruderalpflanzen ersetzt. Innerhalb der Fussgängerzone wurden auf der Nordseite ebenfalls Flächen entsiegelt und neue Ruderalflächen angepflanzt. Insgesamt wurden durch Entsiegelungsmassnahmen 1’200 m2 Asphaltbeläge mit Mergel- und Grünflächen ersetzt (Chaussierung und Einsaat). Dadurch kann das Oberflächenwasser besser versickern und die Verdunstungsleistung ist markant verbessert, was einen kühlenden Effekt bewirkt. Die insgesamt 100 m2 Grünflächen durch Ansaaten und Initialpflanzungen in Ruderalflächen dienen der Förderung der Biodiversität. Standortgerecht mit Blumen und Stauden bepflanzt, bieten sie Bienen und Schmetterlingen wertvollen Lebensraum. Zusätzlich wurden auf den neu chaussierten Flächen neue Spielmöglichkeiten (z.B. ein Mühlefeld) und mit neun Sitzbänken Sitzmöglichkeiten geschaffen. Ausserdem wurde ein Trinkwasserbrunnen und 100 m2 Pflästerung realisiert.

Nutzen und Wirkung des Projekts

Die Massnahmen und Elemente der Fussgängerzone Bümpliz fördern die Verdunstung durch die verschiedenen Vegetationselemente und durch die durchlässigen Beläge. Der Oberflächenabfluss konnte durch die Entsiegelung reduziert werden, so das die Umgebungstemperatur in der sanierten Zone gemindert werden konnte. Durch die Entsiegelung kann das Wasser in die Bereiche mit Bäumen und Vegetationen geleitet werden, welche so mit Regenwasser bewässert werden können. Die üppig angelegten Bereiche mit diversen Vegetationen können als Trittbrettbiotope dienen und Raum wird geschaffen für Arten, welche einen Einfluss auf die Biodiversität haben und diese fördern. Die Aufenthaltsqualität innerhalb dieser Zone wird erhöht und erscheint attraktiver für die BewohnerInnen, was die Lebensqualität fördert und die Umgebung als attraktiveren Wohnraum erscheinen lässt.

Monitoring

Die Universität Bern betreibt ein Monitoring in der Stadt Bern. Bei diesem Monitoring werden an verschiedenen Standorten der Stadt die Temperaturen gemessen. In der Fussgängerzone von Bümpliz befindet sich einer dieser Messpunkte.

Gewonnene Erkenntnisse

Beim Projekt Fussgängerzone Bümpliz hat sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit der städtischen Fachstellen und der Einbezug der Bevölkerung bewährt. Die Herausforderung bestand darin, dass die Baustelle für die Gewerbetreibenden mit gewissen Einschränkungen verbunden war, die damals auch mit den begleitenden Covid-Massnahmen verbunden waren. Dennoch konnten alle geplanten Elemente umgesetzt werden.

Projektinformationen

Eigentum: Einwohnergemeinde Stadt Bern

Bauherrschaft: Tiefbauamt Stadt Bern

Landschaftsarchitektur: Müller Wildbolz Partner GmbH, Bern

Strassen und Tiefbau: Bautag AG, Bern

Gartenbau: Woodtli AG, Bern

Planungszeitraum: April 2020 – Februar 2021

Realisierung: Mai 2021 – Juli 2021

Kontaktperson: Pascal Meier, Tiefbauamt Bern

Weitere Informationen

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